Sonntag, 25. Dezember 2011

Der Schwiegervater meiner Cousine 4. Grades ist grad auf Tournee.


Darum: Wenn ihr was mitgriegt, geht hin, weil er der Vater des Mannes der Ur-ur-Enkeltochter der Schwester meiner Ur-ur-Oma ist, oder falls ihr auf melancholische Countrymusik steht!

Montag, 19. Dezember 2011


Jetzt beginnt das letzte Jahr der Welt!


weil der Maja-Kalender aufhört, sagen die Maja-Fans,
weil alle Planeten in einer Reihenkonstellation sind, sagen die Sternen-Fans,...
Also genießt die Welt und macht das beste draus, so lange sie noch so ist wie sie scheint, zu sein. Denn das DaljuffLama prophezeit Euch,

am 21.12.2012 wird wieder die Sonne aufgehen. Es wird kalt sein, Weihnachtstrubel und alles wird wie immer. Das Ende ist nicht nah. Es wird sich nix ändern. Auch in jenem Jahr werden wir feiern, dass Christus Mensch geworden ist. Aber das war schon seit 2000 Jahren. Wenn wir Veränderung wollen, dann liegt es an uns als menschengewordenes Christusbewusstsein hier wann immer wir wollen.
Meinetwegen nächstes Jahr. Dann machen wir jetzt noch einmal einen drauf, mit Krieg und Macht aufgrund von Leid, und lassen es erst nächstes Jahr zu dass sich was ändert. Aber es ist längst soweit, dass wir der Kreateur unserer Welt sind: scheiße, wenn wir sie scheiße finden und toll, wenn wir zulassen würden, dass sie toll ist. Also, Pessimisten, ein Jahr für Euch! Und dann aber schaffen wir uns eine bessere Welt!

Hans Söllner im jazzhaus

" HANS SÖLLNER schafft es in charmanter und absolut eigenwilliger Manier, die Menschen in ihren Herzen zu berühren und sie spüren zu lassen, dass er Respekt vor dem Leben und seiner Vielfalt hat. Damit verbindet er sich in authentischer Weise mit allen und zeigt, dass es auch um seine Gefühle geht, er spart sich nie aus. Er lebt sich vor und inszeniert sich nicht. Gleichzeitig verbindet er sich mit all denen, die nicht am Hebel der Macht sitzen, verbindet sich mit denen die miteinander leben wollen in dieser Welt, die noch den Wunsch nach Freiheit spüren, die in dieser globalen Welt noch einen eigenen Platz suchen. Das macht seine Konzerte zu beeindruckenden Ereignissen, keines gleicht dem anderen. Junge wie Alte kommen, machen die Konzerte voll. Kein Söllner-Konzert gibt es zweimal. Alles ist im Fluss, ein ständiger Austausch und eine stetige Veränderung. Wer Mut hat zur Veränderung und Offenheit, der fühlt sich wohl bei HANS SÖLLNER – wer den Mut und die Hoffnung sucht bekommt beides bei ihm." 
Hahaa: Jazzhaus-style: absolutes Rauchverbot für Artist und Gäste obwohl er auf dem Plakat was raucht,
bestuhlter Saal, damit keine Tumulte entstehen, 
vernünftige 24€ Abendkasse, um die Asseln so gleich mal auszusparen, 
und das ganze zweimal, an einem Sonntag und Montag im März.

Nobel geht die Welt zu Grunde!

Dienstag, 13. Dezember 2011

Lightress Lu

Es gab einmal eine Zeit, weit bevor die elektronischen Medien überhaupt angedacht waren, da mussten sich die Eltern selber überlegen, wie sie ihre Kids ruhigstellten.
Viele kennen vielleicht den heiligen Sankt Nikolaus, eigentlich ein Türke, mit Stock und Buch, und dem finsteren Knecht Ruprecht, mit Sack und Rute, der die bösen Kinder mitnimmt. Ein Cousin von dem roten CocaCola-Typen mit den Rentieren.
Damals hatten die auch noch andere Bösewichte gegen die Kinder, zum Beispiel am 13. Dezember die Luzia.

Die Kinder des Hauses saßen nach Einbruch der Dunkelheit versammelt in einer Stube, hingen so ab und die alte Oma im Eck machte subtile Ansagen, dass auch sie sich vor der Luzia forchte. Die hat nicht wie Klaus & Knecht einen Sack zum Verschleppen, sondern ein fettes Messer mit denen sie den Kindern den Bauch aufschlitzt.

Einer heute heiligen Luzia haben sie mal, nachdem sie sie unter anderem mit siedendem Öl übergossen haben, ein Schwert durch die Kehle gestoßen und sie hat immer noch weitergebetet. Und was die Bayern draus gemacht haben:

Also die Kinder sitzen in der Stube, nervös. Dann hört man plötzlich lautes Poltern, Schlürfen und Kettenrasseln vom dunklen Gang draussen. Lightress Lu klopft nicht an - die Tür flüchtet ins Zimmer! Und dann steht sie da, garst'ger Gestalt:


Ein im Hause angestelltes Dienstmädchen hat sich einen weißen Bettlaken übergeworfen und mit einer Kette umgebunden. An einem Fuß hat sie einen Holzschuh, am anderen einen Gummistiefel.Vom Metzgerladen im Parterre hat sie sich Gedärme in einen Kübel getan, den knallt sie auf den Boden, fuchtelt mit dem Messer und schnappt sich die ärmste Opfernatur, die sich nicht mehr unter eine Bank hat flüchten können. Da steht das Büblein, weint und hat sich bestimmt schon ends in die Hosen geschissen, und Luzia schreit ihn an, bis er unter Tränen und Keuchen ein Gebetlein aufsagt.
Dann wetzt sie noch das Messer an der Kette, packt ihren Kübel und geht nicht bevor sie sich nochmal umgedreht hätte und den Kindern harsch empfohlen hätte, ja schön fleißig zu beten.


Und von dieser Freakshow gabs noch den "Dammer mim Hammer" vielleicht am Thomastag 21.12. und den "Michl mitm Strichl" whatever. Damals. Macht man heut nicht mehr, die Tricks der Alten. Viel zu viel Aufwand zum einem und zum anderen aus Pädagogik.

Montag, 12. Dezember 2011

Sonntag, 11. Dezember 2011

Die Kirche war auf lateinisch!
Der Abend im White Rabbit und Franziskanerkeller war so lang, dass ich den Rosenkranz verpennt hab, mach also die Tür von dieser Kapelle auf und seh: Kaumwas, weil es mehr verraucht war als im White Rabbit! Vorne ein Nebelschwinger beweihräuchert glaubenseifrig die andächtigen Beter. Durch die Scheiben fällt seltene Sonne durch den Dunstschleier auf die goldenen Reliquienschreine und lässt sie strahlen weil sie glänzen. Und ich steh mittendrin, weil kein Platz mehr frei ist.
Die zwei links rutschen weiter, so dass ich sogar einen Korbsessel bekomme, dafür hält mir gnädige Dame immer das alte Gebetbuch unter die Nase, zum lateinische Lieder mitsingen.
Für den Sound steht hinten rechts ein Harmonium. Dazu muß der Organist immer Luft in Blasebälge tretend pumpen. Die Bälge quitschen, während der Songs und wenn alle ganz leise sind. Der Sound is wie Quetsche Hafenviertel/Hamburg:
Ziemlich krass, schaut Euch das mal an!

Die Story ist die, dass die lateinische Gemeinde/Freiburg grad wegen Umbaus des Adelhauser Klosters für ein halbes Jahr in der Michaelskapelle vom alten Friedhof in Neuburg ist. Die Leute sind sehr nett. Sie feiern die Eucharistie nach dem traditionellen Ritus von vorlangem, den der Papst unlängst wieder legalisiert hat. Also der priest mit dem Volk zum Himmel gewandt, so daß man als Besucher die Aufnäher am Rücken der Pfarrerklamotte sehen kann: Goldstick! Und kniende Mundkommunion! Aber das sind nicht die Piusbrüder, hab ich mich aufklären lassen. Die seien jetzt im ehemaligen Foltermuseum am Münsterplatz und machten dort Kirche. Scheinbar irgendwie schon katholisch, oder Oldtimer-Liebhaber. Aber friedlich, um nichtzusagen halbwegs besinnlich zur Vorweihnachtszeit!


Freitag, 2. Dezember 2011

RIP Jürgen!

Heute nacht ging eine der schillernsten Persönlichkeiten der freiburger Punker-Szene auf seine letzte Reise zu Bon Scott, Dee Dee Ramone und Sid Vicious. Er war ein bemerkenswerter Mitbewohner. Nie werd' ich die Storys aus einem Leben zwischen glamourösen berliner Nightlife der 70er Jahre oder der freiburger APPD-Wahlkampagne vergessen, die er so gern erzählt hat oder das hypnotisierende Klacken seiner Krücke nachts am Flurteppich oder seine provokante Sprachwahl mit der er die Misstände der Gesellschaft erläuterte. Hach wie wir noch so glücklich vorm Fernseher über das lustige Hopsen der Lemuren Madagaskars gelacht haben oder wie wir gemeinsam mit allen Mittel versucht haben. der Kakerlaken herrzuwerden! Ich werde auch das Bierhasen-Rezept selber versuchen, wenn ich mal eine Bratröhre hab, aber 2 Andechser Doppelbock allein machen noch keine solche Soße. Dazu braucht es Geschmack, Feingefühl und Finesse, was er doch auch an den Tag legen konnte.
Den Lebensweg, den er sich ausgesucht hatte, hat er nun vollendet, so wie er es wollte.






Jürgen, Du bleibst in unserer Erinnerung!



UPDATE: zum Trauern Treffpunkt Sonntag 9.45 morgens vor der Michaelskapelle auf dem alten Gottesacker in Herdern zum Rosenkranz, dann eine Kirche, dann ab 12 ins Atlantik um die "Leiche zu begießen".