Samstag, 25. Februar 2012

Einladung zur Fastenzeit

In der Reihe "Roots'n'Culture" wollte ich mal darauf hinweisen, dass grad die traditionelle Fastenzeit des westlichen Kulturkreises begonnen hat. Wer da im Sommer immer neidig ist, dass die Orientalen Ramadan machen, der könnte sich hier nun eine Scheibe abspecken.
Zwischen Carneval und Hasenfest mussten sich die Leute früher Milch, Fleisch, Schocki und ähnlichem enthalten. Heute muß keiner mehr, aber man kann! Für den Körper wäre es wellnessmäßig, mit der Mutter Erde zu gehen, denn die Blätter und Kräuter, die sie uns jetzt darbietet, entschlacken fett. Schaut mal nach Wegerich für Tee, oder frischem Löwenzahn für Salat oder anstatt Rucola auf die Pizza (nicht von Hundewiesen sammeln!)
Wusstet ihr, dass es bei uns 6 verschiedene Sorten Brennnesseln gibt? Die frischen Triebe übers Spiegelei, als Tee oder als Spinat versorgen uns mit den Inhaltsstoffen, die unser Körper grad braucht.
Auch die frischen Blätter der Waldapotheke stellen viel Gesundes für uns bereit: Brom- und Himbeerblätter oder Weidenkätzchen frisch gegessen mag für den ein oder anderen ein ungewohntes Geschmackserlebnis sein, weil bio! Ihr könnt Weidenzweige jetzt schon in die Stube stellen und zuschauen, wie der Frühling wächst und die fertigen Kätzchen dann mit Argan-Öl  und Zimt in einer Pfanne anrichten und dann über die Nachspeise kippen, das ist schmackhafter und lustiger.
Jetzt gibts auch schon die frischen Triebspitzen von Tannen und Fichten. Dazu einfach die Augen offen halten nach frisch gefällten Koniferengipfeln und die hellgrünen Teile an den Zweigenden abrupfen, mit viel Zucker in einem Glas in die Sonne stellen, gibt einen köstlichen veganen Brotaufstrich!
Weiter ist auch jetzt die gute Zeit, sich geistig zu entschlacken, in sich zu gehen um die Gedanken und Gefühle, die wir sinnlos schon eine ganze Weile mit uns rumschleppen, loszulassen. Redet mit dem Bach, er wird Euch zuhören und Euren Scheiß mit dem Schmelzwasser wegspülen. Und nicht vergessen: Trinken trinken trinken!

Samstag, 18. Februar 2012

Der Sheriff hat mich interviewt

so kuhl bin ich jetzt schon. Es geht um Reggae in Freiburg. Kennt Ihr die Seite?



für die Freunde verschnupfter Nasalstimmen:

Mittwoch, 15. Februar 2012

Hartz 4-Antrag von vor über nem 4tel Jahr endlich bewilligt!

Yeeehaw!! Zwar sind sie von zu einem höheren Gehalt ausgegangen, als ich wirklich für meine derzeitige Ausbildung bekomme, was ich nochmal nachhacken muß, und überwiesen ist auch noch nix. Aber wer heut abend mit mir anstoßen will, der schreibt ne SMS, ich geb e1nen aus! Wochenends bin ich auf Malle.

Euer Krösus

Montag, 30. Januar 2012

Möglichkeit zum Besuch eines I Jahman Levy-Konzerts:

Man muß echt mal eine Lanze brechen für die Bushländer, ihre Reggaebegeisterung und was sie daraus machen:
Da kommt irgendwie eine der letzten noch-transportfähigen Reggaelegenden aus Jamaika zu seinem einzigen Deutschlandbesuch (außer Dortmund) nicht nach Wuppertal, Berlin oder Freiburg, sondern in ein kleines 6000 Einwohner-Kaff mitten im Nirgendwo: nach Nabburg!
Mit im Aufgebot ein Sänger aus Stuttgart, ein Sound aus Berlin, ein DJ aus der Gegend und ein Überraschungsgast, das alles für 10€!!!
Das "Metropol (!)" liegt zwar an der A93 und fast an der A6, aber die nähste größere Siedlung ist das 30km entfernte Weiden. Von dort aus organisieren die ansäßigen  "Reggae-changed-my-Life"-Leute einen Omnibus hin und wieder zurück, damit alle ihre Freunde mitfahren und das köstliche Bier barrierefrei genießen können. Für die Kleinen gibts auf der Club-Seite sogar die fälschungssichere Lizenz zum Längerbleiben als Download!
Hutab vor solch einer Organisation! So bringt man music to the people! Minimaler Kommerz - maximaler Spaß!
Bitte Scheibe abschneiden!


-> zur Busfahrt




UPDATE:
also man fährt mit dem Zug

Montag, 23. Januar 2012

Enter the Water-Dragon

Heut ist Chinesisch Neujahr. Nach diesem Jahrtausende altem Mondkalender wiederholt sich der 60jährige Zyklus und es ist wieder ein Jahr des Wasser-Drachens.
Was heißt das? Nunja, der Drachen ist das fetteste der chinesischen Sternzeichen. Er hat die meiste Power und alles wird dieses Jahr bissle heftiger, größer, pompöser. Es ist ne gute Zeit, sein Projekt zu starten, damit es erfolgreich ist und Wohlstand bringt. Mit dem Wasser-Aspekt bringt er die Welle der Veränderung, die das alte wegschwallt und das neue her. Der chinesische Drache ist nicht bös wie eine Schwiegermutter oder die prinzessinnenfressenden Ungeheuer im Märchen, sondern er verkör.pert Weisheit, Stärke und Entschlossenheit.
Deswegen bauen wir uns einen Wasserdrachen.
Fengshuimäßig auf Materialebene steht dem Wasserelement ausser Wasser und Glas dem tiffanynichtkundigem Heimbastler eventuell ein transparent-blaues Plastik von einer Flasche zur Verfügung, bestenfalls einer thematisch informierten Wasserflasche, die ansonst im Einzelhandel zu beziehen sind. Dafür Messer, Schere, Perlonschnur.

Doch zuerst nehmen wir rituell das Wasser und schütten es schluckweiße in die Kloake. Bei jedem Schütt lassen wir los vom vergangen Jahr: von schlechten Angewohnheiten, von unerwünschtem Verhalten, von Konditionierungen aus der Vergangenheit.
Nun sind wir frei und rein für das Neue Jahr
und die Flasche ist leer.




Wir säbeln der Flasche schräg das Oberteil ab, wobei die längste Seite verlängert ausgeschnitten wird.










Das wird der Corpus.

Aufpassen, dass der Corpus symmetrisch bleibt: schneidet die Pratzen links und rechts gleich aus!







Dann schneiden wir so eine Katzenzungenform aus der Flasche.








Die beiden Flügel aufeinander gefaltet, verlangen der Schere alles ab, wenn wir die Flügel stutzen.





Wir schneiden an des Corpus' Schultern mit der Messerspitze Schlitze, wo die Flügelanfänge reingestochen werden. Haltet vorher die Flügel mal hin, und überlegt Euch vorher genau, wie die Flügel stehen sollen, dieses Jahr.




Für den Kopf und Hals  schneiden wir noch ein letztes langes Stück aus, mit am


Ende nach unten.
Das lange Ende muß breiter sein, als der Flaschenhals, dann sparen wir uns die Sauerei mit dem Kleber.





Wie der Kopf genau aussieht, gestaltet jeder intuitiv.

Tip: für Hörner, einen Spreißel ausschneiden und durch ein Loch quer durchstecken.





Weitere Spreißel stecken wir durch Schlitze quer zum Rücken, bis zur Schwanzwurzel oder weiter, das sieht cool aus!
So. Und dieser kleine Kerl kommt nun in den Ost-Südosten unseres Raumes, außer dort befindet sich auf funktionaler Ebene ein yin-Raum, sprich: Bett oder Bad. Weil die Drachenenergie sooo yang-Qualität hat, das führt zu unnötigem. In  diesem Falle den Consultant Ihres Vertrauens belangen!
Ost-Südost ist im Kompaßbereich 97,5°-127,5° oder in Fliegersprache so auf 3 - 4 Uhr.
Viel Spaß beim Basteln und Gutes Neues Jahr!!!





Montag, 16. Januar 2012

Armut in Freiburg

professor skank meets grocer  Bei den Containern Günterstal-/Lorettostraße, unweit der Villen vom alten Bürgermeister und dem Uni-Chef, war ein armer Alter, mit schäbigen Klamotten und einem Beutel dabei, der sich gerade öffentlich eine Art Zigarette angezunden hat, aus einem Fetzen Zeitungspapier, zusammengebunden mit 2 roten Fäden, nem Draht oder nem Gummiring. Wahrscheinlich raucht er das, was ihm gefundene Kippenstummel vom Boden so hergeben. Ich fühl mich hilflos.
Armut ist in Freiburg mittlerweile so offensichtlich wie nirgendwo anders, wo ich mich so rumtreibe. Bettler postieren sich vor Supermärkten, Banken, auf Gehsteigen, in Seitengassen. Arme schlafen in Hauseingängen, auf Parkbänken oder im Stadtwald. Ob Punker, Penner, Drücker, Mütter, Hundehaber oder Straßenkünstler, ein Einkauf in der Innenstadt wird zum Spießrutenlauf zwischen Bedürftigen, oder solchen, die so tun als ob.
Sie schnorren schon noch mehr, als sie beim 1€-Job verdienen, von den Leuten mit gutem Herz, die sich schuldig fühlen und doch noch ein wenig geben können.
Wir retten Griechenland und Afrika und akzeptieren Armut bei uns.
Im Gegenzug der Wohlstand, der einem als erstrebenswert und Ideal vorgegaukelt wird. Was braucht ein Patent-Anwalt ein Einstiegsgehalt von 58.000€? Ist das gut, 55€ monatlich für nichtmal das neuste tragbare Telefon auszugeben? Der Staatsbetrieb, der menschliche Grundbedürfnisse als marktwirtschaftliches Handelsgut benutzt, erhält durch seine territoriale Hoheit eine Monopolstellung. Menschenwürde und soziale Strukturen werden zu Grunde gerichtet und der Bürger schaut weg, hilflos.
"A hungry mob is an angry mob!" Wer nicht mal 80c für Zigaretten-Papier hat, ist auch von Jah-Music ausgesperrt, wo die Reggaeparty 500c Eintritt kostet, damit Reiche reicher werden.
Das freie in Freiburg ist nicht eine Toleranz, sondern eine Ignoranz gegenüber den Mitmenschen, und das prangere ich an!

Ein guter Hirte macht nichts ausser Böses von seinen Schäfchen abzuhalten, damit sie fressen können, was von selber wächst. Wäre denn nicht ein Pädagoge, ein Seelsorger, ein Gärtner oder ein Schäfer besser geeignet, Menschen zu führen, als studierte Sesselpfurzer und Laberbacken?

Samstag, 14. Januar 2012

Für den Fall der Fälle, daß mal was sein sollte,
also ohne gegebenen Anlaß, ich leb schon noch lang, aber bevors zu spät ist, wollt' ich sagen, ich hätt gern so einen Grabstein und zwar:
mit so einem Loch, wo ein metallernes Skelett drinsitzt und lustig im Wind schaukelt.
Steinmetze und Metallarbeiter meiner Bekanntschaft, Merken!


UPDATE:
Also die Friedhofsverwaltung Freiburgs sieht meinen Grabstein als "... grenzwertig, könnte von Angehörigen benachbarter Gräber als Verballhornung aufgefasst werden."
Also keine Ablehnung :) Ich solle mir den Stein schon zu Lebzeiten genehmigen lassen. Das ginge nur mit einem "Wahlgrab", welches für 15 Jahre Nutzung 1.096,50 € kostet, oder 73,10 € pro Jahr. Geht eigentlich, hat aber noch Zeit.  Haushaltsgebühr für Freiburger ist grad 93,48€. Somit ist der Gebürenunterschied zwischen toten und lebendigen Freiburgern 36%. Vielleicht fahre ich aber schon zu Lebzeiten gen Himmel auf, vaporisiere restlos durch irgendein physikalisches Phänomen, oder verschwinde durch Multiplikation mit der Zahl 0. Dann könnt ihr den Gedenkstein mit dem schaukelnden Skelett am letzten nachgewiesenen Ort meiner irdisch-materiellen Anwesenheit setzen, wenn ihr's braucht.

Songs für die Beerdigung:
- "Freund, ich bin zufrieden"