Montag, 6. Juli 2015

Bushland

Es war mal wieder soweit, dass SeenJah NattyVibes zum Festl ins Bushland im Camp am Waldbadeweiher eingeladen hatte, und wenn es hier 40 Grad hat, sind 35 Grad an nem Weiher mit Reggae und Vibes keine Frage.
Die Frage ist eher, wie ohne Auto und Kohle. Also wieder Regionalbahn, mit ausreichend Weißwein-Schorle, Handtuch, mp3-Player und Buch. 9h, 6x umsteigen, Geschrei, Gestank, Geklappere, Landschaften, Konversationen, die man nicht mithören will, die Bahn halt.

An einem Bahnhof gab es Käsekrainer-Baguette mit Meerettich - die Franken und ihre Kulinarik :)

Irgendwann ein Kontrolleur: "Grissgott, Eana Foahkoatn bidtä!"
eine Mutter sich mit Papier als Fächer  Luft zuwächelnd: "Hom Sie koi Klimaanlohch?"
Der Kontrolleur erklärt: "Wenn's funktionian daat, häjt ma's scho eigschalt'n. Sie san oba net da oinzige wou schwitzt." Die Reisende erwiedert: "Oba Sie grajng dafia ö Göld!"  Der Kontrolleur entgegnet: Ob ich dafia gnou' Göld gräjch, des is a onare Frouch!" und geht weiter - Die Oberpfälzer und ihr Charme :)

Eine Zugdurchsage noch: "Nächster möglicher Halt: Rötenbach. Bitte beachten Sie: Wenn Sie in Rötenbach aussteigen wollen, melden Sie sich vorne beim Lokführer!" Da darf - ja man muß sogar noch mit dem Lokführer während der Fahrt sprechen. Woher dieser weiß, dass er in Rötenbach keine neuen Fahrgäste aufnehmen muß, weiß nur er.

Letztendlich Ankunft im Bushlandcamp, nur der Sound war noch nicht da. Aber schön wars, am Weiher und an der Feuerstelle in der Natur. Hab mich dann als Vorvorletzter vom Feuer verabschiedet und bald gepennt. Hatte wenig Schlaf von ner Klamottenverlade-Aktion richtung Summerjam die nacht zuvor bis halb 3.
Ein inneres Bedürfnis trieb mich dann morgens um 5 richtung Badeweiher wegen dem Toilettenhäusl, aber es war zu!.
Ein Mann scheißt nicht nicht gern in den Wald, weil er es nicht gewohnt ist, sich dabei so tief hinzusetzen. Da kam ich an dem Weiherufer vorbei und sah im Vollmondlicht eine fahle Kreatur unter der Wasseroberfläche krabbeln Sie sah aus wie ein Stinkada Gougl, nur weiß und eben unterwasser. Ich wollte näher ran, versank aber mit dem Fuß im Uferschlamm, da der Wasserstand niedriger war als sonst wohl. Kein Wunder auch bei der Hitze.
3 Stunden vorher wundert sich einer im Zelt, dass das Wasser der Fontäne wohl so romantisch rauscht, wie wenn man an einem Flüß zelteln würde. Es war aber nicht die Fontäne.
Ich hab mich dann nochmal hingelegt und freitag morgens am Badehäusl wieder einen Kaffee geholt.
Da sagt mir die Wirtin, dass sie gerade noch da sind, weil wohl trotz 35 Grad die Badegäste fernbleiben würden, weil irgendeiner in der Nacht den Stöpsel vom Weiher gezugen hatte. !!! !
Da hat sie einen Badeweiher und ein Hitzehoch wie selten und Wochenende, und dann soll übernacht das Wasser weg sein? Da muß sie sich ein gutes Konzept einfallen lassen, um die Seeson noch zu retten.

Das ganze nahm dann enorme Ausmaße an.
 Und ich war eigentlich der Hauptverdächtige, wenn es nicht eine Oberpfälzer Badeweihermafia gibt, die sich bekriegt. Ich hatte zur Tatzeit kein Alibi, war nahe dem Tatort angeblich im Zelt in der Nähe ohne Zeugen und ein Tatmotiv braucht man bei Langhaarigen dort nicht.

Anscheinend hatte einer unten am Mönch rumgefummelt und mit Absicht alles herausgelassen.
"Mönch" heißt der Ablauf am tiefsten Ende des Teiches, laut einer nichtrepräsentativen Umfrage mit einem zufällig augewähltem Befragten am Rande eine Reggaefestivals, "waal a so vl safft".
Es waren vor 1000 Jahren Mönche, die in diesem Landstrich rodeten und versuchten, den Wilden Kultur zu bringen. Die Römer waren nie nördlich der Donau. In der Fastenzeit der alten Christen wurde viel auf Fleisch verzichtet und auf Bier und Karpfen ausgewichen. So ist die Landschaft noch heute geprägt von Brauereiern, Weihern und Kirchen gibt es auch noch.
Ich weiß nicht ob der Stellenwert einer brennenden Kirche aber zu einer solchen Hilfskampagne geführt hätte, wie ein ausgelassener Badeweiher mit bewirteter Terasse, von wo man bei einem Weißbier und Gartenstühlen die Situation überblicken und diskutieren konnte.
Man bräuchte 10 Spritzenautos voll Wasser, mit dem Rinnsal allein würde es 6 Wochen dauern bis er voll ist. Der nächste Hydrant ist in Gäjdan den Berg runter, das wäre zu teuer. Wir kennen ja jeden, aber nur der Amerikaner in Grafenwöhr hat Löschflugzeuge mit so einem Fassungsvermögen, was aber eine sehr coole Aktion wäre. ... Und im Radio auf Antenne Bayern haben sie es gesagt und morgen würde die Zeitung kommen, ... Letztendlich haben sich 18 Feuerwehren der Region beteiligt und legten 6500m Schlauch über Straßen und Wiesen den Berg hoch und pumpten von einem viel größeren See die nächsten 2 Tage den See wieder voll.







Das muste natürlich immer wieder überwacht und kontrolliert werden. Die Terasse des Badeweiherhäusls bot sich dafür an. Es war sehr chillig, nachmittags am See zu sitzen, als das schlimmste überstanden war und man nur mehr zusah, wie das Wasser reinsprudelte.

Für die Karpfen war es auch komisch, weil die das ja sonst nicht kennen. Der Weiher sind ihre Vier Wände und die wurden plötzlich immer enger und das Wasser ist die Luft des Karpfens, das wurde immer dicker und dicker, man stelle sich das nur einmal vor! Und nachher wird alles wieder mehr und sauberer, das muß für die auch ein Erlebnis gewesen sein! G'schnalzt ham's!

Aber es war dann wohl doch bloß ein morsches Brett und in meine Richtung wurde zum Glück nicht weiter ermittelt.

Auf der anderen Seite vom Gelände das gleiche: Alle helfen zusammen und chillen dabei, manche schauen zu und alle haben ne schöne Zeit. Feier, wer mag. Acts aus nah und fern, Bushlandtoast, Bushlandcoast und Emperor-Wetter, nette Leute und Ruhe trotz Sound machen den Vibe aus. Da merkt man erst, wie die Leute hier in der Stadt gestresst sind durch Knappheit an Raum und mehr. Man muß sich gar nicht kennen um trotzdem nicht fremd zu sein. Die Buschländer gehen nicht auf irgendeine Party, sondern sie leben den Buschländer. Und unter allen schönen Soundsystem-draussen-Festeln, wo ich war, auf Asphalt und Beton ist der gemähte Campingrasen vom Bushland das Wimbledon.
Wenn man mit der Musik aufgehen kann im Großen Ganzen, dann geht das eher, wenn die Sounds im Busch verklingen anstatt an Wänden.

 Ausser lästigen Insekten gibt es noch Glühwürmchen, Fröschler und so schöne schwarzweiße Fliegen mit grünglänzenden Augen.








Von den Tieren inspirierter Kampfsport:
Das Bräimara-Shaolin: In Ruheposition verweilen, das Ego aufgelößt in Schall und Rauch, Einswerden im Hierundjetzt, Heimkommen ins Dasein, und doch so eine individuelle Konzentration an den Tag legen, dass man blitzschnell die Bräimara erschlagen kann, wenn man sie auf der Haut spührt.
Totes-Käfer-Yoga: Regungslos auf dem Rücken liegen und alle Viere von sich strecken.

Rückweg war unspektakulär: konnte mir eine Fahrkarte lösen, doch mit 2x umsteigen. Hab mich nochmal kurz über Ortsnamen gewundert, wie Fuchsmühl, Neusorg, Pechbrunn, Oberkotzau,  Markt red Witz.
Die Kontrolleuse in diesem Landstrich kontrolliert die Fahrkarte des einzigen Gastes und schreibt eine fünfstellige Nummer mit Kuli auf das Ticket (ich hab nicht angerufen), und ab Bayreuth im Auto gepennt.

Den Übergang erleichternd noch am nächsten morgen die Radioshow vom Trooper auf vibes.fm/London, der am Morgen davor am Lagerfeuer noch nicht mal gewusst hat, wie er heimkommt :)

Es war wieder schön! Leut, Ihr seid's in meinem Herzen, Hope to see you soon!

 

wiederbelebte Bildergalerie auf:

bushland 15


Quelle: facebook: Einsatzticker Nordoberpfalz

Dienstag, 23. Juni 2015

Für alle, die sich fragen, warum ich schon so relativ lange nichts gepostet hab: Es gibt halt nichts zu erzählen. Nix neues, nix spektakuläres; nämlich:

- Arbeitsamt: Das Arbeitsamt macht nix. Nach 3,5 Monaten Antrag ist die Bewilligung zwar endlich da, aber bewilligt wurden nur essen und trinken, weil man noch auf die Krankenkasse wartet. Beim berechnen ist ihnen auch ein Fehler unterlaufen, weil sie von 80€ Wohngeld ausgingen und ich bekomme nur 50. Es kann sein, dass sie in meinem handschriftlich ausgefülltem Formular anstatt einem 5er einen 8er gelesen haben und das nicht abgeglichen haben mit den Kontoauszügen oder dem Wohngeldbescheid. Hab ihnen den Wohngeldbescheid nochmal geschickt und sie darauf hingewiesen. Für essen und trinken stehen einem Hartz4ler 4.20€ am Tag zu. Einem Polizeihund 6€. Für Alkohol und Zigaretten stehen einem Hartz4ler 0.00€ im Monat zu, was unrealistisch ist, weil ziemlichjeder Hartz4ler raucht und Alkohol mag.
Der Jobvermittler hat mich seit Januar in Ruhe gelassen, ich rechne damit, dass er mich die nächsten 4-6 Wochen mal einlädt.

- Die Krankenkasse hat mir einen Brief geschrieben: "Sehr Geehrter, 'tschuldigung dass wir uns jetzt erst melden, aber falls sie hilfebedürftig im Sinne vom Gesetz sind, kann man was machen." Im Internet hab ich nicht herausgefunden, was "hilfebedürftig im Sinne des Gesetzes" meint, und hab angerufen. Am Telefon sagte der, ich solle ihnen schreiben, dass ich einen 100%igen Schutz zum halben Basistarif bräuchte, was ich dann auch gemacht habe. Dem Arbeitsamt hab ich das auch geschrieben, dass die Krankenkasse irgendwie meint aber doch nicht weiß, und sie sollen mit ihrer neuen Berechnung auf die Krankenkasse warten. Das war vor 4 Wochen. Vor 2 Wochen hatte ich mal bei der Krankenkasse angerufen. Die sagten, im Computer stünde, es wäre "in Bearbeitung". Müde Mühlen mahlen langsam. Und als also am Ersten das für Essen und Trinken bewilligte Hartz ohne Krankenkassenbeiträgeanteil auf mein Konto kam, hat die Krankenkasse doch ihr übliches abgebucht, was halt blöd ist.

- Arbeit: Grundsätzlich würde ich schon mal wieder was arbeiten, was aber, da hab ich keine Idee. Soziales und pädagogisches erstmal nicht. Der Grüne Bereich eventuell, wenn ihr was wüsstet, oder was ähnliches, mindestens 50%,  aber langweilig ist mir noch nicht.

- Liebe: alles stabil

- Reggae: alles normal; nix herausragendes. Auf dem Dance beim Roßkopfturm war ich mal nicht, weil der Roßkopf ist mehr steil als geil und somit eigentlich kein guter Feierberg.
Die Digital Steppaz haben 2 Lieder auf Vinyl pressen lassen und verkaufen sie jetzt unter ihrem eigenen Label. Die erste Seite, der Turtle-Riddim von Maffi, ist für Freiburger schon bissle zu oft gespielt worden, die 2. Seite ist ein Shanti D.-tune, der gut ist, aber ich wüsst als Aufleger nicht wirklich, was ich davor und danach spielen sollte. Das Plattencover hat dem einen seine Freundin schön gemalt und ist ein Bild vom Computer mit den Tonspuren der ersten Seite der Platte. Mal reinhören?

Ansonsten ist am Wochende der Oberlindenhock wie immer.
Neues DJ-Juff-Mix ist in Arbeit, aber mir fehlen noch paar tunes.
Sonntag ist ein "FreiburgStimmtEin",  wo ich mir überlege, ob ich mich wieder mit dem Ghettoblaster unter die Kronenrücke stelle, wenn ich noch jemanden finde, der 'nen Kasten Bier dahin schleppen mag.

- Freiburg: Es gibt jetzt so Gräber, zum Beispiel an der Johanneskirche. Da haben Aktivisten Platten aus dem Bodenpflaster entfernt, nicht als Falle für Mountainbiker, sondern um darauf hinzuweisen, dass welche im Mittelmeer ertrinken. Ich wär schon froh, wenn ich mal zum Mittelmeer könnte, würd auch dort nicht schwimmen, aber ich hab dazu grad keine Mittel mehr, weil die Krankenkasse ja abbucht, was das Arbeitsamt nicht zahlt. Auch Griechenland versinkt am Mittelmeer, aber in Schulden, wie ich auch hier, wenn ich weiter so chille.
Jedenfalls sind Flüchtlinge da. Man sieht sie in der Stadt, man trifft sie auf Parties, mit einem hab ich geredet. Er wollte eine Frau, die ihn heiratet, dass er hier bleiben und seine 4 Kinder ernähren kann. Und er fühlt sich hier in seiner Unterkunft wie im Gefängnis. Ich hab ihn aber gefragt, ob es denn hier besser sei, als in Mazedonien. Da hat er überlegt und gesagt, schon hier.
Ich finde es ja gut, dass die da sind. Was wäre Deutschland heute ohne Nowitzki oder Littbarski! Ohne Döner und Fallaffel! Nur warum keiner weiß, wohin mit denen, da hab ich Alte gefragt, wie das denn früher mit den Türken und den Italienern war. Die Alten haben gesagt, damals gab es in Deutschland noch Jobs, wo man kein Deutsch können musste, zum Beispiel in der Auto-Produktion. Und dann hatten die Geld, dass sie sich Wohnungen nehmen konnten. Heute haben wir keine Produktion mehr in Deutschland und da ist Schuld dran der Chinese.
Ob das in China so weitergehen kann, wie es gerade noch geht: ich glaub, nicht mehr lange, aber dann flüchten die auch - wohin wohl.
Für die Afrikaner, die im Mittelmeer sterben, hab ich auch keine Lösung parat und poste nix darüber und mich würde es eh wundern, wenn auf mich einer hören würde. So ist es, wie es ist und wird kommen, wie es kommt.
Das andere Freiburger Thema, die Baustellen, da redet man lieber nicht: Wenn Fußgänger und Fahrradfahrer von der Wiehre zum Bahnhof oder in die Stadt oder in den Stühlinger wollen, müssen sie immer die B31 überqueren. Autos dürfen da nicht mehr abbiegen und Radfahrer werden über wechselnde krumme Pfade geführt, die begrenzt sind von Baustellenabsperrungen.
Dazu stellen sich die Radfahrer und Fußgänger immer an einer 3m breiten Linie auf, nebeneinander durcheinander und warten, bis es grün wird. Es gibt schnelle Fahrradfahrer, Studenten, Fahradfahrer mit Fahrradanhänger, Hipster, Emos, Väter, Mütter, und wenn grün ist, wollen alle gleichzeitig rüber und gehen aufeinander los wie Footballer beim Anstoß, nur dass sie sich nicht boxen, aber sie würden es gern - man spührt es. Dann geht es über die kanalisierte Strecke auf die andere Seite der Baustelle und da ist das gleiche nochmal. Ich mach das manchmal öfters am Tag und es ist für keinen eine Freude und es wird noch 2 Jahre so gehen.
Viele Autos fahren jetzt durch die Basler Straße, obwohl die offiziell nur für Anlieger wie mich wäre, aber niemand macht was. Es geht auch nicht anders. Die Fahrradfahrer stecken dann zwischen den Autos fest, die auch nicht weiter können, weil die vielen Ampeln immer auf Rot schalten, weinn eine Straßenbahn kommt. Und die Straße ist so wenig breit, dass die Fahrradfahrer nicht rechts an den Autos vorbeifahren können, was sie auch teilweise machen und zwar auf dem Gehsteig, der auch enger ist, als vorgeschrieben, aber das haben die erst bemerkt, nachdem sie die Straßenbahnbaustelle Baslerstraße fertig hatten. Auf diesem Gehweg bewegen sich dann ausser den Fahradfahrern auch noch Fußgänger, Kunden der Läden, die ihre Auslage dort auf dem Gehweg präsentieren, die Rollstuhlfahrerin  nicht mehr, weil sie nicht vorbeikommt, wenn Mülltonnen draussen stehen, aber noch Mütter mit Kinderwägen. Auch das wird mindestens 2 Jahre so bleiben.
Anderswo in Freiburg haben sie andere Baustellen.
Aber die Kronenbrücke hat eine Webcam:  www.Kronenbrücke.tv

- Der SC Freiburg scheint gerade alle Spieler gehenlassenzumüssen, aber mit Fußball kenne ich mich nicht aus. Da sollen andere berichten.

- Im Basketball ist meine Vorhersage nur fast eingetroffen. LeBron James hat es im Endeffekt nicht geschafft, diesmal lag's aber nicht an ihm, sondern an Verletzungen. Verletzungsbedingte Ausfälle gegnerischer Pointgurds waren es insgesamt, warum die Warriors nicht nur am Favoriten New Orleans vorbeiziehen konnten, sondern an allen anderen auch. Kann das nur Zufall sein?
Hutab jedenfalls vor Lebron James trotzdem, und Glückwunsch den Warriors! Es war ne geile Serie.

- Die Ulme am Annaplatz haben sie jetzt gefällt, wie ich vorausgesehen habe. Die Ulme steht für Kommunikation, das Ulmensterben unserer Tage ist symptomatisch dafür.













- Einen Ausflugtip gebe ich auch nicht: ich war an einem Mummelsee und wollte schauen, dass ich ein Mummel seh'. Aber es war neblig. Der Mummelsee ist so groß wie der Waldsee; auch 3 Tretboote drauf und nebendran ein Touri-Ding, wo Touris durchgezogen werden und man Schlüsselanhänger mit dem Brandenburger Tor kaufen kann, oder eine Scheibe Brot mit Zwiebelschmalz für 2.95€.
Allerheiligen gibt es dort auch noch, irgendwo zwischen Elzach und Oberkirch. Die Ortenau besteht nicht nur aus dieser langen Ebene zwischen Karlsruhe und Markgräfler Land, sondern hat auch Gebirge mit krassen Höhenunterschieden in geringer Distanz, weil die Täler dort so tief sind. So gibt es dort auch Wasserfälle, die Allerheiligenfälle. Die sind schon sehr cool. Das Wasser stürzt über Kaskaden in eine richtige Schlucht. Zwischendrin gibt es immer wieder Becken, wo doch Fische drin sind. Diese Fische leben in Bassins von 45cm Durchmesser und schwimmen immer gegen den Strom, sonst werden sie runtergespühlt. Auch nachts. Durch die Schwerkraft, die das Wasser nach unten bis ins Meer zieht - ha - richtung Mittelmeer im Endeffekt!
Wenn die Tiere geschaffen sind um im Aussen menschliche Wesens- und Verhaltensweisen wiederzuspiegeln, die man selbst nicht sieht wie den eigenen Splitter im Auge, gibt es dann nicht auch bei uns Menschen welche, die ihr ganzes Leben lang gegen den Strom schwimmen, nicht weiterkommen und der Situation nicht anders entrinnen können ausser sie lassen sich fallen? Der Daoist ist ja eher im Fluß, für die Forelle wäre das das Aus. Also bei diesem Bild kommen wir auch nicht weiter. Die Forellen kommen wahrscheinlich von oben oder von selber. Die Kaskaden der Allerheiligenfälle sind teilweise über 10m hoch und rauschig. Da kann mir keiner erzählen, dass ein schwangeres Fischweibchen sich da durchschnalzen könnte. Nichtmal Superlachs!
Neben dem Wasser geht man entlang auf einer Treppe mit 236 Stufen steil, und unten ist ein großer Wanderparkplatz mit Bushaltestelle des Ortenauer Verkehrs und ohne Curry-Wurst-Kiosk.
Am Start der Fälle ist eine Klosterruine und ein Tagungszentrum, weil irgendwann eine Königin ein Kloster spendieren wollte, wahrscheinlich weil die Nachbarkönigin auch ein Kloster spendiert hatte. Dazu hat sie einen Sack Geld auf einen Esel gebunden und wo der Esel anhielt, da solle dann das Kloster sein. Die Ruine steht noch, aber das Tagungszentrum daneben ist häßlich und beides macht wohl, dass bei schönem Wetter die Wasserfälle heillos überlaufen sind mit Amerikanern, Schweizern und Leuten, die sich mit ihren Selfie-sticks gegenseitig aufspießen.

- Apropos Tiere: hab mich bei gegebenem Wetter bisschen intensiv mit dem Thema "Schnegel - Schnecken" auseinandergesetzt: Es gibt Nacktschnecken, die sind bisschen cooler gemustert, fressen keinen Salat, sondern Holz und Pilze und einer sogar die Gelege dieser weitverbreiteten orangen Wegschnecke, der spanischen, die eigentlich aus Frankreich kommt. Irgendwie erleichtert es mich, dass es einen natürlichen Antagonisten gegen diese Orangen gibt.
Schnegel und Schnecken kann man oft nur seziert unterscheiden.
Besagter gelegefressender Schnegel, der Tiegerschnegel, paart sich bondage an einem Seil!
Es gibt auch einen Bierschnegel, der ist aber mittlerweile selten geworden.
Auf einem Waldspaziergang hab ich dann 2 getroffen: einen schwarzen Schnegel und einen bisschen  fetteren hellen Schnegel oder Schneck'. Es sind ja nicht die schwarzen Schnegel, die Schnecken fressen. Was wollte also der schwarze Schnegel, warum er den hellen Schnegel so verfolgte? Bei uns gibts das ja auch, das Schwarze Hellen am Arsch hängen: sie sind fasziniert! und so war es dann auch. Ich war mir aber zum Zeitpunkt nicht sicher, was schwarze dünnere von der hellen Kräftigen will, die sich schickte und streckte und die fühler reckte. Sie versuchte dem Schwarzen hinten zu entkommen, sonst hätte sie ihn ja lassen. Oder ist das ihr Spiel? Er hatte jedenfalls den Vorteil, wegen ihrer breiten Schleimspuhr und sie musste auf dem steinigen Weg kriechen. Eigentlich wollte ich nicht eingreifen, aber er/sie vorne (Sie sind Zwitter: Wer bei der Paarung als erster mit dem Luststachel zusticht, ist das Männchen!) hatte vielleicht Angst. Um einen status quo herzustellen, hab ich dann das hintere mit einem Rindenstück 3m weiter verfrachtet, da kann er sich erstmal abkühlen. Schnegel  ringeln sich bei Berührung nicht so eklig zusammen, wie orange Nacktschnecken.
Es gibt dazu ein Video, aber nicht von der "Rettungsaktion" und unscharf. Scharfe Schnecken wären immer ansehnlicher. Wer 3:33 Minuten seines Lebens opfern will, soll sich die beiden anschauen, wie sie kriechen.


Im Nachhinein habe ich gelesen, dass die Weiße nur ein heller Schwarzer Schnegel ist, die Sache also natürlich okay gewesen wäre. Es gibt 50 Schattierungen von grau.



- Einen süßen Teddy habe ich noch gefunden und wollte ihn hier übers Internet seinem Kind wiederfinden lassen. Er war dreckig, nasskalt und allein. Was macht ein Stück Stoff zum besten Freund? Ist es die Verarbeitung des optischen Reizes "2 Punkte nebeneinander", wonach der menschliche Betrachter Dinge personifiziert? Das Hirn schaut immer, wo sind 2 Punkte, dann ist das ein Gesicht. Ein Teddy ohne Augen wäre noch erbärmlicher, wenn nicht schrecklich. Ich denke, mit Augen hat er mich durchdringlicher angeschaut, als ohne.
Ist es die Ansicht eines Objektes mit 2 Punkten, um dieses wesenhaft erscheinen zu lassen?
Ist es dieses Verarbeitungsmuster der Umwelt, was schlußendlich zum Theismus geführt hat?
Vermag ein kleine Mensch, noch nicht versaut von Schule und Erwachsenen, auf diese Art und Weise ein objektives Gegenüber für sich zu beseelen? Jedenfalls dieser Teddy schien schon lieben zu können, so wie man nur lieben kann, wenn man selber geliebt wurde.
Aber man kann ja über alles nachdenken.
Der Teddy war dann nach 3 Tagen weg.




- SelfMadeJuff wollte ausprobieren, ob denn Cola den verstopften Abfluß befreit.
Auch dazu gibt es ein Video. Ich kann es aber nicht genau sagen, ob es der Cola war, oder die "Hebamme" oder die Kombination mit dem heißen Wasser nachher, was man auf dem Video nichtmehr sieht, weil ich dann 2 Hände frei hatte.





- Einen Nachtrag zum Decker-Bier kann man noch sagen: Es soll doch laut Etikett 1 Monat lang halten, aber trotzdem dass es geschlossen war, hat das Weizen nach 2 Wochen Kühlschrank sehr fad geschmeckt. Decker daheim ist nicht so fein.










- Einen persönlichen post hätte ich noch: ein Kumpel ist weg, der Micha. Vielleicht kennt ihr den. Er sieht aus wie der Chong: mit Bart, groß, Fahrradkurrier, am Basketballplatz war er auch immer und im Dubwohnzimmer. Jetzt ist er weg und hat keinem gesagt, wohin und am Telefon drückt er einen weg. Er ist entweder in Ulm oder aufunddavon. Micha, wenn Du das liest: Hey, laß' Dir gutgeh'n! Meld Dich mal und hoffentlich sieht man sich mal wieder! Gute Reise!
Hoffentlich geht er nicht dahin, wo sie schießen.
Aber das ist vielleicht zu persönlich für hier.

- Desweiteren habe ich heut das lustige, in Deutschland einmalige Autokennzeichen LI-ED 321 gesehen und ein Polizeiauto hat bei nem Schwarzen unter der Stühlingerbrücke angehalten und ihn durchs Fenster gefragt, "ob er denn gerade nix zu tuen hätte", sind aber dann weitergefahren.

Die Tage werden kürzer, es geht auf Weihnachten, ...

Also wenn ich mal nix poste, kann das auch heißen, dass gerade keine Abenteuer passieren, worüber ich auch nicht unfroh bin, ich Euch auch nicht langweilen muß, aber alles okay sein kann.
Manchmal geht auch was auf twitter oder rechts in der Bildergalerie, wo man sich dann selber Geschichten 'zu ausdenken mag.

Donnerstag, 28. Mai 2015

Decker-Bier aus Freiburg

Seit gestern gibt es eine Garage in der Haslacher Strasse, wo welche jeden Freitag abend Bier ausschenken, von Minibrauern der Region.
Findige Leute haben sich gedacht, man müsste Kleinstbrauer aus Teningen-Köndringen, Riegel und einem Schwanau ihr Bier auf den Freiburger Markt bringen.
Dazu füllen diese Kleinstbrauer ihr Bier in diese seltenen 1l-Flaschen und die Decker-Brüder bringen's an den Mann.
Der Freiburger soll Freitags vorbeikommen in ihren Asphaltgarten neben Schmitzkatze und zwischen dem Walnussbaum und einer Autowerkstatt um den Kabeltrommeltisch fachsimpeln und sich begegnen.
Es gibt also derzeit ein Pils, ein Helles, Weizen, im Winter noch ein Dunkles und im Sommer ein rotes Export. Auch ein Black Sheep vom Freiburger Braukollektiv stand herum.
Hat es nun funktioniert?
Eigentlich ganz gut. Die Leute haben ihr Bier geteilt und getauscht, das Redneck Export war zum Feierabend ausverkauft. Die Toiletten waren nicht verkotzt, keine Schlägereien, nur genussvoller Bier- und Grillkonsum, alles ohne DJ.
Bild: fudder
Geht das?
Also man kann ja schon mal in einem Hof fletzen und Bier aus 1l-Flaschen mit Gläsern  trinken. Aber für 6,90€ die Flasche kann ich dann auch in den Kastaniengarten gehen und mir eine Maß bestellen, anstatt zwischen den Garagen zu hocken. Sind aber weniger Touris und Amerikaner dort im Hinterhof.
Regionale Produzenten zu unterstützen, das ist gut. Bei all dieser Regionalität macht mich aber das black und Decker nicht an. Wenn die da ein Schwarzwälder Bier hätten mit Bollerhut drauf, ein Kaiserstühler Bier mit Blumen drauf oder ein Freiburger Bier mit nem Löwen drauf, das fänd ich viel cooler als ein schwarzweißes Etikett wie aus dem Baumarkt, einzig ein Adress-Stempel weißt daraufhin, woher das Bier wirklich kommt. Es ist ja schön, dass die die kleinen Biersorten an den Mann bringen, aber warum so häßlich?
Ich kann mir auch im Supermarkt ein Waldhaus kaufen und mich an die Dreisam setzen, das ist auch relativ regional, verfügbar, schön, lecker, gesund, bekömmlich und kostet dann nen Bruchteil.
Am Augustiner Platz gibts das Feierling in 2l-Flaschen für 5€. Ist auch regional, kultig, praktisch, aber das, was sie in diesen Flaschen ausgeben ist lange nicht so lecker wie ihr Gezapftes in der Brauereiwirtschaft. Martinsbräu schmeckt noch weniger.
Also wollen die ihre Decker-Marke verkaufen: Das Edelbier für den Hipster. Im Endeffekt will ja jeder irgendwie Glück verkaufen. Manche in Flaschen, manche als Tanz, manche als CD, manche als Schuh. Die Marke "Decker" mit Skaterflair, Werkstatt, Bärte und Glatzen zieht bei mir jetzt nicht so. Die Namen der Biere, Blondie, Redneck, Mr T, Banana Joe oder Derb, da hätten sie auch einfach Pils und Export lassen können. Aber ein Weizen könnte welchen besser schmecken, wenn die Leute dabei an Bud Spencer denken?. Sei's drum; wenn's schmeckt! Und das ist Ansichtssache:
Das Mr T Dunkel hatte ich nur am Anfang kurz probiert: rauchig, stark, malzig. Das gibt es erst im Winter. Das Blondi Helle war ein Fehlkauf: zu süffig und fad und zu schnell weg. Das Redneck ist so der Favorit: rot, malzig, kräftig, mit Bemmel, ähnlich wie das Elbhang Rot aus Dresden. Das Weizen Banana Joe ist speziell: sehr gelb mit einer starken Wachs/Propolis/Honig-Note, nicht zu süffig und nicht zu schwer, kann man mal wieder trinken. Aber die Spritzigkeit von nem Weizen geht halt verloren, wenn man immer wieder in kleine Gläschen nachschenkt. Das Pils Derb ist naturtrüb rötlich, ich persönlich mag Pils lieber hell, klar bitter.
Jetzt kann man sich ja die Flasche auch mit wohin nehmen. Das Bier hält eine Woche lang, das ist in Ordnung, 2,40€ Pfand sind verständlich für so seltene Flaschen, aber insgesamt rein geschmacklich, öffnungszeitentechnisch praktisch, und bei dem Angebot an sonstigen Regionalem Bier wird man sehen. Gut dass sie das machen. Es bereichert definitiv die Freiburger Getränkelandschaft, aber probiert es einfach selber aus: Freitag, Haslacher Straße, oder in ausgewählten Läden, die ihr auf der Homepage findet:


Samstag, 16. Mai 2015

Hanfaktivisten schieben einen grauen Trabbi durch die Innenstadt, auf dessen Dachgepackträger sie 2 angemalene Lautsprecher und ein Stromaggregat geschnürt haben. Mit dabei: ein Mädchen, das einen Einkaufswagen schiebt, ein Hund und ein Mädchen, das gerade in ein Bächle fällt.

In Freiburg für eine Legalisierung vom Marijuana zu demonstrieren, ist ja Jammern auf hohem Niveau.
Es waren so schätze ich 80 Jugendliche um das Abituralter und eine alte. Das sind sie also, die Kiffer! Sie schieben die Autos und verbrauchen den Sprit lieber für Musik: so Deutsch-HipHop hören die. Jedenfalls finden sie ungewöhnliche Möglichkeiten, ihren Sound durch die Stadt zu bringem, wahrscheinlich ist ein Auto zu schieben in der Fußgängerzone erlaubt. Sind es solche alternative Denkmuster und Handlungsweisen, die von den Gesetzgebern nicht gemocht werden?
Gekifft hat keiner, aber einer am Rande wollte Papierblättchen von mir. Kurze hatte ich ihm - soll jeder selber wissen, was er tut, wenn er keinem weh tut.

in anderen News:

Eine neue Reggaeparty gabs, gestern im Ruefetto. Eigentlich ist der moderne Dancehall ja nichtmehr so mein Geschmach und das Ruefetto finde ich nicht gut, aber wenn einer eine neue Dancehallpartyreihe in Freiburg starten will, wo es mit Rebel Music, Friday Frenzy und Turn Up The Vibes schon 3 Dancehallpartys jeden Monat gibt, dann frägt man sich, was den Way Up neues bringen soll. Brauchts das?
Ich wollte es wissen.
Der Eingang war sehr verwirrend: Im Keller vom Ruefetto war ein Rock-Guitarrist laut. Der Hintereingang war zu, aber im Innenhof stand an einer Tür Way Up, mit nem Pfeil nach oben, aber man musste doch nach unten gehn dazu.
Way Up klingt ja cool für eine Party: aufstrebende Energie! Aber ein Pfeil nach oben an einer Treppentür nach unten, da möcht ich nicht wissen, wieviele sich in den darüberliegenden Wohnungen verlaufen haben.
Im Ruefetto alles beim alten: Keine Decko, keine Einrichtung, kein gescheites Bier, nicht mal Wein, und doch saftige Preise, die eine bessere Ausstattung als wie in einem WG-Keller ermöglichen könnten. Das beste ist ein "Prost"-Schriftzug aus verkrüppeltem Staniol hinter der Bar unter einer Lampe, die aus ist.
Aber er nimmt dann einfach ein 0,3er-Bier aus dem Kasten, machts auf, stellts hin und verlangt das 3-4fache vom Einkaufspreis dafür. Dass ich das Rothaus mit meinen bayrischen Enzymen nicht vertrage, darum kümmern die sich nicht. Die Cocktails, die der Barkeeper macht, naja daheim macht man sich auch wesentlich mehr rein. Gin Tonic ist wirkungslos, Rum Cola besteht zu 3/4 aus diesem Rohrreiniger, Vodka Lemon wars dann und der Junior hat mitgedacht und Appleton-Jamaica-Rum besorgt um die spärliche Auswahl an Getränken zu ergänzen. (Wasser war aus) Rum vertrag ich auch nicht so gut, der Appleton ist aber lecker.
Die Party lief so an. Wie das letzte Mal hatten sie im Ruefetto wieder diese Laser über den DJs angebracht, dass sie den ganzen Raum mit blinkenden grünen und roten Lichtpunkten ausfüllen, die sich gegenseitig jagen. Wenn man nun in diesem Raum steht und sich der Lautstärke wegen nicht unterhalten kann, schaut man dem wedelnden und fuchtelnden DJ an und griegt dabei voll die Laser in die Augen, außer oben bei der Treppe, wo es ganz dunkel ist und in dem Eck neben der Theke beim Eiswürfelkühlschrank direkt an der Quelle.
MadRock spielte am Anfang soften Dancehall, den man auch als Dubhead hören konnte. Um die Stimmung anzufeuern gabs für die ersten Gäste Feuerzeuge mit dem Logo der Party und dem Logo des Sonds drauf. Findet man ein Lied oder eine Stelle im Lied besonders gut, zündet man das Feuerzeug kurz richtung DJ an, der sieht das dann als dass es einem gefällt. Das Feuerzeug geht noch länger als die Party dauert, so haben alle was davon, super Sache! Als wie wenn das noch nicht genug gewesen wäre, gabs auch noch 2 Dancehall-Tänzerinnen, die 20min vorgetanzt haben. Die Menge hat während des Auftritts nicht getanzt um keine anmutige Bewegung der Mädels zu verpassen.
Ich konnt's von meinem Eck an der Bar aus nicht sehen und hielt den Platz.
Später war es dann so eng, dass die Leute anfingen, auf den schmalen Bänken an den Wänden zu tanzen. Einer war so heiß, dass sie fast alle ihre Oberteile ausgezogen hatte bis auf so ein trägerloses Bikinioberteil. Dazu stieg sie auf ichglaub ein Klavier und schwang ihren Körper im Laserlicht, nassglänzend vom Schweiße aller. Wenn ich immer aufgelegt habe, hat sich nie eine ausgezogen, dachte ich mir. Stimmt aber nicht, aber ich hatte es damals nicht gemerkt.
Jedenfalls ist diese Jane, als sie an einem Deckenbalken schwingen wollte, Way Down abgestürzt, hat noch ein Kabel mit runtergestürzt, sie hat aber nachher weitergetanzt.
Fazit: Eine Party, die mehr hat, als ein DJ mit Labtop, das begrüße ich, aber Ruefetto ist zu eng und mit diesem modernen Dancehall sind die anderen schon noch gut in Resonanz.
Sahnehäubchen ist dann noch der Werksverkauf an der Hintertür der Bäckerei um die Ecke morgens. Die nächste solche Party ist am 20.06., ob dann alle Vortänzerinnen wieder dabei sind, weiß ich nicht.

Dienstag, 12. Mai 2015

wieder beim Arbeitsamt:

Am 30.04. hat sie mir ja zugesagt, das Geld müsst "anfang nächsten Monats" kommen.
Gestern war es ja noch nicht drauf.
Mittlerweile hat mir die Krankenkasse vorsorglich gekündigt, weil sie nix mehr abbuchen konnte und die GEZ hat die laufende Ratenvereinbarung gekündigt, aus dem selben Grund und will jetzt alles, sonst Anwalt.
Gestern hab ich einen getroffen, der einen Anwalt wüsste, der nix anderes macht, ausser Arbeitsamt und der nicht mal Geld wollte, wenn Aussicht auf Erfolg wäre und der häte heute nachmittag sogar Sprechstunde.
Den "Anfang des Monats" hab ich nun abgewartet, ohne Erfolg. Kein Kontostand, keine Post.
Nun brauchte ich wieder bares. Also hin zum Amt, Anmeldung, Wartebereich 1, dann sagt die eine, ob ich den Brief nicht bekommen hätte, aber es wäre bewilligt.

Also bei ihr im Computer stand, dass es bewilligt wäre, und einerseits die Kohle und das Schreiben dazu zu mir unterwegs sei und eigentlich heut hätte ankommen müssen, + dazu ein Brief, weil meine Angaben zu den Krankenkassenbeiträgen in ihrer Höhe von den Aussagen der Krankenkasse selber, die ich ihnen kopiert habe, abweichten.
Ich solle also checken, wieviel Krankenkasse ich zahle und dazu das Formblatt ausfüllen + Nachweise.

Dieses Formblatt hab ich in den bisherigen 130 Seiten schon 2x ausgefüllt. Dazu wollen sie immer Kontoauszüge der Konten + Paypal der letzten 3 Monate.
In meinen Unterlagen der privaten KV fand ich beim besten Willen auch keinen klaren Nachweis über die aktuelle Höhe der Beiträge, weil ich ja mehr zahlen soll, seit ich nicht mehr beamtet bin. Nur eben, dass sie nichts mehr abbuchen konnten, und erstmal alle Forderungen eingestellt haben und wenn ich bis nächsten Monat nicht zahle, kündigen sie mich.

Hm, das will ich ja eigentlich.

Was ich heute fand, von der Privatversicherung war ein Brief mit ich könnte Geld sparen wenn ich einen gewissen Bodymassindex, ein gewisses Nichtrauchverhalten, u.ä. vorweisen könnte. Und dass sie mir mal Geld zurückzahlen, weil ich nie was eingereicht habe.
Dieser Brief war nicht im Briefkasten, sondern lag auf der Treppe, mit anderen Arriwa-Briefen, auch einer an jemand, der gar keinen Briefkasten mehr hat und hier wahrscheinlich auch nicht mehr wohnt.
Das läuft dann so: Der Arriwa-Man klingelt, einer im Haus macht auf, er legt die Briefe auf die Treppe nur und haut ab. Dann kommt der Postbote, und Werbeverteiler, Die Pfarrei mit ihrem Blatt und werfen Zettel in die Briefkästen, die oft keiner will. Meine Hausbewohner werfen diese ungewollten Zettel nicht in die Mülltonne draussen, sondern auf die Treppe.
Irgendwann kommt die Putzfrau oder irgendwer, nimmt den ganzen Haufen Zettel von der Treppe und wirft ihn in den Müll.
Auch meine Benachrichtigung vom Regierungspräsidium damals, dass sie mich beamten, lag seinerzeit nur auf der Treppe. Ein Besucher hat ihn mir überreicht: "Hey, Juff, der lag da auf der Treppe!"
So ist das keine Zustellung, was Arriwa macht. Ich hab mich vorhin schon bei denen beschwert, denn sie verdienen dass ich meine Briefe grieg. Sie haben einen Job. Dass meine Leut im Haus Postwurfsendungen, Müll und normale Briefe unterscheiden und dann noch beim richtigen einwerfen, ist zuviel verlangt, weil die wenigsten gut deutsch können hier, und es ist der Job vom Arriwa-Man. Pranger, pranger, pranger!
Nicht verwunderlich also, wenn ich andere Briefe der Krankenversicherung nichtmehr auf der Treppe finde.
So nett ist die Krankenversicherung aber doch, dass sie mir jetzt nochmal eine Auflistung meiner Beiträge momentan schickt, dass ich sie an das Arbeitsamt-Formblatt anhängen kann.

Für heut hab ich mir wieder von Freunden Geld leihen können und warte nun weiter ab ob morgen der Bescheid kommt.

Frage an die Leserschaft: ist es gut, die Krankenkassenbeiträge bis nächsten Monat nicht zu zahlen, damit die mich kicken und ich endlich in eine gesetzliche Kasse kann? oder wird dann alles noch schlimmer?

Sonntag, 10. Mai 2015

In der Wahrnehmung des heutigen Feiertages ein Big Respect an alle Mütter, Möchtegernmütter, Mütter in spé und in der Formulierung des Pfarrers in der Johanneskirche: "... alle weiblichen Mütter und mütterliche Menschen"! Ohne Euch wären wir alle gar nicht und die auch nicht.

Montag, 4. Mai 2015

Morphogenetische Felder unserer Matrix

Alles begann oben, aber weit unten, am Boden der Bergkuppe am Südosthang des Rautschkopfs.
Ein kleines Bäumchen reibt sich die Augen und entdeckt, auf der Welt zu sein. Er macht drauf los und tut das, was ein Baum so tut. Was der Baum vielleicht nicht weiß, genau ober ihm steht ein Stein über. Ein dicker Fels. Und der Baum wächst. Es kommt der Tag, wo der Baum an die Felsplatte erreicht. Nichts passiert, zunächst. Und der Baum wächst weiter und tut, was ein Baum so tut. Eigentlich sah es gut aus, was der Baum jenseits der Felsplatte dann sah, wie er drüber schauen konnte: andere Bäume von denen er schon gehört oder auch gar keine Ahnung gehabt hätte, dass es die gab. Und dann kamen nachts Rehe und fraßen ihm oben rum. Das war eine arge Zeit für den Baum und es ging lange so.  Und dann kam der Wind dazu. Jede Jahreszeit hat seinen Wind. Der Baum war schon groß, aus Holz und wurde vom Wind bescheuert, an der der Kante der Steinplatte. Und da tut der Baum, was ein Baum da tut: Er geht, wie mal ein jeder geht: kaputt. Erst hartzt er, dann wird er faul und dann bricht er ab, da.



Es war ein anderer Baum, nicht so weit unten, sondern weiter oben, oberhalb am Hochplateau. Ein Eichhörnchen hatte den Samen beim Vespern vergessen, oder musste es so kommen? Oder beides?
Gerade kam viel Licht durchs Kronendach des montanen Bergwalds.  Der vergessene Sämling tat das, was vergessene Sämlinge tun, wenns passt und wuchs. Und er wuchs und er wuchs bis hoch hinaus, wie wenn ein Unsichtbares ihn ziehen würde. Er wird den Platz einnehmen im Kronendach. Auch seine Bedingungen sind nicht so geil: Er wurzelt auf einem Fels, was blöd ist, für Bäume, aber er tut es. Wenig Wasser und schwierige Verankerung, aber der Baum wächst, denn er muß. Und irgendwie strengt er sich dabei an, genauso zu wachsen wie der tapfere alte knorrige Kauz von unter der Felsplatte, bis er einmal selber so groß, wenn nicht größer als der untere Baum sein wird, an den dann nix mehr erinnert.